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Ludwig XIV.

 

Luwig XIV. (8 Jahre) in römischer Tracht
Luwig XIV. (8 Jahre) in römischer Tracht

Ludwig XIV. wurde am 5.9.1638 in Saint-Germain-en-Laye als Sohn von König Ludwig XIII. aus dem Geschlecht der Bourbonen und der habsburgischen Anna von Österreich geboren. Da seine Eltern fast 20 Jahre lang nicht dazu im Stande waren, ein Kind zu bekommen, waren sie natürlich überglücklich einen Erben für ihr Reich zu haben und nannten ihn darum Louis Dieudonné, was im Deutschen soviel wie der „Gottgegebene“ heißt.

Der kleine Ludwig verlor seinen Vater bereits mit 4 Jahren.

Da er in diesem Alter noch nicht in der Lage war die Regentschaft über das Reich, das ihm sein Vater hinterlassen hatte, anzutreten, übernahm seine Mutter selbst die Herrschaft, übertrug jedoch die Leitung sämtlicher Staatsgeschäfte dem Kardinal Mazarin.

Ludwig in Gestalt des Jupiters als Sieger der Fronde
Ludwig in Gestalt des Jupiters
als Sieger der Fronde1

Ludwig litt in diesen Jahren unter schrecklicher Vernachlässigung. Er wurde Dienern anvertraut, die nicht besonders auf ihn acht gaben. Ludwig trieb sich zusammen mit seinem Bruder im Graben des Louvre herum. Dort trafen sich die Kinder des Personals, um miteinander zu spielen; hier mag es auch gewesen sein, dass Ludwig den italienischen Komponisten Giovanni Battista Lully kennenlernte, der ihn dann im Balettanz unterrichtete.

Der Kardinal Mazarin wurde Premierminister und setzte die Politik Richelieus fort. Auch er hielt den Adel klein und stärkte die Position des Königs. Als Ludwig 9 Jahre alt war, verbündeten sich die Adligen Frankreichs und die Bürger von Paris gegen die Führung Mazarins und den König. Es kam zum Bürgerkrieg (Fronde1 genannt), der bis 1653 andauerte und durch den die Autorität der Monarchie große Einbußen erlitten hatte. Ludwig vergaß den Adligen und den Parisern die Demütigungen, die Ängste und Erniedrigungen nie, die er während dieser Periode durchzuleiden hatte.

Mit 13 Jahren (1651) wurde Ludwig XIV. für volljährig erklärt. Damit endete die Regentschaft seiner Mutter und Mazarin. Er übernahm sowohl die Führung des Staates als auch die Erziehung und Ausbildung des jungen Monarchen. Um für jeden die Fortdauer der Monarchie ersichtlich zu machen, wurde Ludwig XIV. 1654 zum König gekrönt.

Ludwig XIV. in der Rolle der "aufgehenden Sonne"
Ludwig XIV. in der Rolle der "aufgehenden Sonne"

Aus dieser Zeit soll auch sein Spitznahme „Sonnenkönig" entstanden sein. Am Hofe waren Opern und Ballette mit mythologischem Inhalt sehr beliebt. Im Alter von 14 Jahren tanzte Ludwig XIV. 1653 in dem Ballett „Ballet Royal de la Nuit" (Königliches Ballett der Nacht) in der Rolle der "aufgehenden Sonne". Die anderen Tänzer umkreisten ihn als Planeten. Er verkörperte den Gott Phoibos Apollon aus der griechischen Mythologie (der Beiname bedeutet „der Leuchtende“, lateinisch Phoebus Apollo). Dieser wurde auch mit dem Sonnengott Helios gleichgesetzt.

Sein Kostüm wies vorne eine mit vielen Strahlen versehene Sonne auf, was ihm den Namen "Sonnenkönig" eintrug. In späteren Jahren hat Ludwig den Sonnenmythos in vielfältiger Weise für sich genutzt. Die Sonne war sein Emblem. Und genauso wie Apollo als Gott des Friedens und der Künste galt, wollte auch er der Monarch des Friedens und der Künste sein. Ludwig verstand sich als Spender des Lebens, der alles kontrolliert. Der Auf- und Untergang der Sonne spiegelte sich im höfischen Zeremoniell wieder. Das morgendliche Aufstehen (Grand lever) und das Zubettgehen (Grand coucher) waren langwierige tägliche Zeremonien.

Ludwig XIV.
Ludwig XIV.

1661 übernahm Ludwig die Selbstregierung ohne Ersten Minister und vertrat eine expansive und kriegerische Außenpolitik. In drei Angriffskriegen (Devolutionskrieg, 1667/68; Holländischer Krieg, 1672-79; Pfälzischer Erbfolgekrieg, 1688-97) begründete er die europäische Hegemonie Frankreichs, die erst im Spanischen Erbfolgekrieg (1701-13/14) erschüttert wurde.

Nach Überwindung der Fronde vollendete er die unangefochtene Stellung der zentralen Monarchie, konzentriert im Monarchen, nach dem Leitwort: "l'État c'est moi", was im Deutschen soviel wie „Der Staat bin ich“ heißt. Er war der Mittelpunkt des Staates: der Sonnenkönig eben und das Schloss von Versailles wurde Symbol dieser zentralen Macht.

Die Hofkultur wurde ganz auf die Person des Herrschers zugeschnitten.

am Hof Ludwigs XIV.
am Hof Ludwigs XIV.

Zum Symbol für dessen herausragende Stellung wurde sein prunkvolles Auftreten. Der König förderte Künste und Wissenschaften, was eine Blütezeit der französischen Kultur zur Folge hatte.

1660 heiratete Ludwig Maria Theresia von Spanien. Nach deren Tod im Jahr 1683 heiratete er in morganatischer Ehe insgeheim die Marquise de Maintenon und starb am 1. September 1715 im alter von 77 Jahren.

 

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1 Fronde = Aufstand des franz. Hochadels gegen das absolutistische Königtum (1648-1653)

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