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Vorstufen der Völkerwanderung

Der Einfall der Hunnen in Europa
Der Einfall der Hunnen in Europa

Die Völkerwanderung begann eigentlich keineswegs erst im 4. Jahrhundert n. Chr. mit dem Hunneneinfall, wie es die historische Forschung versteht. Vorstufen lassen sich bereits im 4. Jahrhundert v. Chr. nachweisen; an ihnen waren keltische1 wie germanische Völkerschaften beteiligt. Von den Römern wurden sie Barbaren2 genannt.

Als Grund galten wohl Naturkatastrophen in Skandinavien und an Nord- und Ostsee. Wichtig war aber zugleich die Kenntnis von einer Welt im Süden mit ihren günstigen Lebensbedingungen, ihrem Reichtum, ihrer Ordnung, die für diese Völker ein Eldorado bedeutet haben muss.

Die Bastarnen

Polybios
Polybios

Die Bastarnen, ein ostgermanischer Volksstamm, war der erstmalig namentlich bekanntgewordene germanische Stamm. Der griechische Geschichtsschreiber Polybios berichtet von Kämpfen der Bastarnen und Skiren mit den Römern im 3. Jahrhundert v. Chr..

Die Bastarnen lebten ursprünglich an der oberen Weichsel und um 230 v. Chr. tauchten sie zusammen mit einem großen Teil der ostgermanischen Skiren an den Küsten des Schwarzen Meeres, zwischen Dnjepr und Dnjestr auf, wo sie zusammen die Stadt Olbia am Schwarzen Meer belagerten.

Gegen 200 v. Chr. waren sie an der nördlichen Donaumündung angesiedelt. Um 180 v. Chr. traten sie an der Unterdonau auf und wenig später kämpften sie als Söldner des makedonischen Königs Perseus gegen Rom.

Um 280 n. Chr. wurden sie von den Goten vertrieben und von Kaiser Probus auf römischem Gebiet in Thrakien angesiedelt. Bis 391 n. Chr. waren die Bastarnen nördlich der unteren Donau nachweisbar. Im 6. Jahrhundert verliert sich die Spur der Bastarnen.

Die Skiren

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Die Skiren lebten ursprünglich wohl östlich der Weichsel in Masuren im heutigen Polen. Ein Großteil von ihnen zog mit den Bastarnen um 230 v. Chr. nach Süden, in die Region am Schwarzen Meer, so dass sie schließlich östlich der Bastarnen am Schwarzen Meer anzutreffen waren.

Im 4. Jahrhundert n. Chr. wurden sie in Verbindung mit den ostgermanischen Herulern und Rugiern am nördlichen Karpatenrand erwähnt, bevor sie an die Donau vorstießen.

Hunnen überziehen die Länder mit Raub und Mord
Hunnen überziehen die Länder mit Raub und Mord

In der Völkerwanderungszeit, im 5. Jahrhundert, wurden sie von den Hunnen unterworfen.

Nach dem Tod des Hunnenkönigs Attila im Jahr 453 errichtete der skirische Fürst Edekon ein kurzlebiges Skirenreich in der Großen Ungarischen Tiefebene, das aber bereits 469 unterging.

Nun zogen Teile der Skiren mit West- und Ostgoten nach Westen, andere traten als Föderaten3 in römische Dienste. Um 500 verlor sich jedoch die Spur der Skiren im heutigen Italien.

Die Kimbern und Teutonen

Jütland
Jütland

Die germanischen Kimbern hatten von reisenden Händlern gehört, dass es sich im warmen Süden besser leben ließe. 120 v. Chr. zogen sie dann gemeinsam mit den Teutonen und Ambronen aus ihrem Siedlungsgebiet im Norden Mitteleuropas (Jütland) über Böhmen, Schlesien, Mähren, ins Donau-/Savegebiet nach Süden und von dort westwärts nach Gallien. Hier trennten sich die Teutonen und Ambronen von den Kimbern. Erstere zogen von Westen, letztere von Norden ins heutige Italien ein. Diese Trennung sollte das Schicksal der Stämme besiegeln.

Völkerwanderung

Nachdem insgesamt ca. 100.000 Menschen in 20 Jahren 7.000 Kilometer durch Regen, Schnee und die Hitze des Südens zurückgelegt hatten, wurden die Teutonen 102 v. Chr. bei Aquae Sextiae (heute: Aix-en-Provence) in einen Hinterhalt gelockt und von römischen Truppen vernichtend geschlagen.

Teutobod, der letzte König der Teutonen, geriet gemeinsam mit 20.000 Teutonen in römische Gefangenschaft, wurde später im Triumphzug des Gaius Marius, römischer Feldherr und Staatsmann, durch Rom geführt und anschließend 101 v. Chr. im Kerker erdrosselt. Damit verschwand das Volk der Teutonen aus der Geschichte.

Die Kimbern wurden 101 v. Chr. in der Poebene bei Vercelli in Oberitalien vernichtend von römischen Truppen geschlagen.

Was sich bei der Niederlage der Kimbern abspielte, sollte für die späteren Germanen charakteristisch werden: sie wollten nicht als Unterworfene in Schmach und Schande wie der teutonische König, Teutobod durch Rom geführt werden und nicht als Sklaven enden. Freiheit oder Tod. Sie wählten den Tod und begingen Selbstmord. Der Stamm der Kimber war somit ausgelöscht.

Die Goten

Goten

Um Christi Geburt begann die Odyssee der Goten aus Skandinavien (Skandza). Um dem "ewig finsteren und unwirtlichen Norden" zu entfliehen, zogen sie über die Ostsee, um die Küste des heutigen Polen und die Weichselregion (heute Polen) zu besiedeln. In Etappen zogen sie die Weichsel aufwärts, um nach neuen, besseren Siedlungsplätzen zu suchen. Beim Vorrücken unterwarfen sie all ihre Nachbarn.

Goten

Im 2. Jahrhundert n. Chr. zogen sie dann von der Weichselgegend bis zur Nordküste des Schwarzen Meeres und um 230 siedelten sie wohl am unteren Dnjepr.

Auch aus ihrer 2. Heimat wanderten die Goten mit Weib und Kind aus. Auf der Suche nach neuem Siedlungsland gelangte ein Teil von ihnen im Jahr 257 auf die Halbinsel Krim (Krimgoten), die Bündnispartner des Römischen Reiches wurden. Die 60.000 Krimgoten waren die ersten der wandernden germanischen Völker, die für Jahrhunderte eine bleibende Heimat fanden.

Goten

Während die Krimgoten schon ihre Heimat gefunden hatten, waren andere Gotenstämme noch unterwegs, von deren Wanderschaft allerdings nur Sagen überliefert sind. Nach ihrer Auswanderung aus Polen hatte sich der Treck um das Jahr 280 geteilt. Während sich die Ostgoten am Nordufer des Schwarzen Meeres niederließen, zogen die Westgoten nach Siebenbürgen und an die Donau, die unmittelbare Grenze des Weströmischen Reiches. Für 3 Generation sollte ihnen das heutige Rumänien eine bleibende Heimat werden.

 

Bedeutend waren im 2. Jahrhundert n. Chr. auch die Vorstöße der Markomannen4, Gepiden5 und Wandalen6 und im 3. Jahrhundert die der Alemannen und Franken über Rhein und Donau, die um 260 zum Fall des römischen Limes führten.

Die Hunnen

Hunnensturm
Hunnensturm

Mitten in Asien auf den Hochgebirgen wohnten die Hunnen7, ein wildes nomadisches Reitervolk.

Plötzlich tauchte 375 eine Armee von diesen mongolischen Hunnen am Fluss Don in Südrussland auf und drangen über den Fluss in Europa ein. Für die Menschen der Antike waren sie die "fürchterlichsten aller Krieger". Sie tauchten auf, wo man sie am wenigsten erwartete und überfielen die Völker mit Raub und Hinterlist.

Keiner von ihnen rührte einen Pflug an und bebaute den Acker. Sie kannten keine andere Beschäftigung als die Jagd, streiften räuberisch umher und alles, was sie brauchten, raubten sie: Getreide, Vieh, Gold und sogar Menschen.

Die Hunnen hatten bereits viele Völker (Gepiden5, Skiren, Alanen, Ostgoten usw.) überfallen und unterworfen. Dann fielen sie auch ins Land der Germanen ein.

Hunnenreich
Hunnenreich

 

Furchtbares hörte man von den Waffen der Hunnen und ihrer unglaublichen Reichweite. Schreckliches erzählte man über ihr Aussehen. Als einziger Ausweg blieb den Germanen (Westgoten, Vandalen6, Burgunder und Sweben) die Flucht über die Donau, wo sie im Römischen Reich aufgenommen wurden. Die Völkerwanderung begann.

Die Völkerwanderung

Die Völkerwanderung war kein einheitlicher Vorgang, sondern die Summe von Bevölkerungsbewegungen unterschiedlicher Zeitstellung und Ursachen (u. a. sozialer Wandel, Verschlechterung der Wirtschaftslage, Anziehungskraft römischer Kultur und Lebensbedingungen).

Wanderungen des zweiten bis fünften Jahrhunderts
Wanderungen des 2. bis 5. Jahrhunderts

 

Diese wirre Zeit hat eine gewisse Ähnlichkeit mit der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Plötzlich war alles unterwegs: Franken zogen nach Frankreich, Angelsachsen nach Britannien, Goten nach Spanien und Italien. Aus ihren Reichen entstand Europa und das christliche Abendland.

Völkerwanderung

In den folgenden Jahrzehnten schlossen sich Volksstämme zusammen und wanderten gemeinsam ab. Endlos waren die Wagenkolonnen mit denen die Germanen die römischen Straßen verstopften.

Die Westgoten fielen ins Oströmische Reich ein, zogen unter Alarich (395-410) nach Italien, wo sie 410 Rom eroberten. Später zogen sie nach Südfrankreich (Tolosanisches Reich) und Spanien, wo sie der Provinz Got-Alanien = Katalonien den Namen gaben. Den Süden Spaniens verteilten sie an Landlose, was arabisiert den Namen al (l)andalus oder Andalusien hergibt.

Die Ostgoten kamen erst nach dem Tod des Hunnenkönigs Attilas (453) nach Ungarn und 488 nach Italien.

Völkerwanderung

Im Jahre 409 zog der alanisch-vandalisch-suebische Stammesverband nach Nordwest-Spanien (Galicien), wo sie ein eigenständiges Königreich unter König Hermerich, das Reich der Sueben, bildeten. 585 ging dieses suebische Reich im spanischen Westgotenreich auf.

Anders als die Sueben, die ihre Herrschaft von Nordwestspanien und Portugal aus bis 585 gegen die Westgoten behaupteten, wanderten Wandalen6 und Alanen (kaukasisches Nomadenvolk) 429 nach Nordafrika, in die Kornkammer des Römischen Imperiums, aus, das sie bis 439 eroberten und Karthago zur Hauptstadt des rasch aufstrebenden Vandalenreiches machten.

All das war aber relativ kurzlebig: Die Reiche der Ostgoten und Vandalen wurden von Ost-Rom aus vernichtet und die Westgoten von den Arabern überrannt. Daraufhin fielen die Langobarden8, ein Nebenzweig der Sueben, in Italien ein und blieben in der Lombardei.

Flavius Aëtius
Flavius Aëtius

Die nach 406/407 zwischen Mainz und Worms angesiedelten Burgunder wurden 436 vom weströmischen Feldherr Aëtius und hunnischen Truppen geschlagen und ins Rhônegebiet umgesiedelt.

Ab dem frühen 5. Jahrhundert gelangten Stammesteile der Sachsen, Angeln und Jüten nach Britannien und gründeten dort eigene Königreiche. Die ständige Einwanderung von Franken in Gallien ab 350 erleichterte die Gründung und Ausbreitung des Frankenreiches v. a. unter Chlodwig I. im 5./6. Jahrhundert.

Vom 8. bis 10. Jahrhundert klangen die Völkerwanderungen in Europa mit den Wikingerzügen aus.

In Ostmitteleuropa wurde durch die germanische Völkerwanderung eine slawische Wanderungsbewegung nach Westen ausgelöst, die zur Erweiterung der slawischen Siedlungsgebiete bis an die Elbe führte. Es kam zur deutschen Ostsiedlung.

 

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1 Kelten = Als Kernraum der frühen Kelten gilt das südwestliche Mitteleuropa, wo sie spätestens seit dem 7./6. Jahrhundert v. Chr. nachweisbar sind. Ab den Jahren 300 v. Chr. setzt aufgrund einer zunehmenden Bevölkerungsdichte in den ursprünglichen Keltengebieten eine vermehrte Wanderbewegung ganzer Abordnungen von Keltenstämmen ein. Ihre Ziele waren neue Siedlungsgebiete, die sie zum Teil erst kriegerisch erobern mussten. Dabei besetzten sie zeitweise Mittel- und Südeuropa von der iberischen Halbinsel (Keltiberier) über Frankreich (Gallier), die britischen Inseln (Wales, Schottland, Irland), das nördliche Alpen- und Voralpenland, zum Teil auch den italienischen Stiefel (Etrusker), und drangen der Donau abwärts (Thraker) bis in die heutige Türkei vor (Galater, aus den gleichnamigen Briefen in der Bibel bekannt). Städtegründungen wie Paris, Turin, Budapest und Ankara gehen auf ihr Konto.
Als im letzten Jahrhundert v. Chr. dann von Norden her die gefürchteten germanischen Stämme der Kimbern und Teutonen, und von Süden her die Römer sie zunehmend bedrängten, ging die Glanzperiode der Kelten langsam zu Ende. Nach der Unterwerfung Galliens durch Caesar dauerte es gerade noch drei Generationen, bis die Römer alle keltischen Siedlungen bis hin zur Donau eingenommen hatten. Am längsten Widerstand leisten konnte noch das Königreich Noricum, das sich zeitweise mit den Germanen verbündete.
2 Barbaren = bei den Griechen ursprünglich jeder, der nicht griechisch sprach, seit den Perserkriegen mit der Bedeutung des Ungebildeten, Rohen und Grausamen verbunden; bei den Römern alle außerhalb des griechisch-römischen Kulturkreises lebenden Völker; heute umgangssprachlich für: roher, ungebildeter Mensch.
3 Als Foederati bezeichneten die Römer grundsätzlich jede Gruppe von Nichtrömern, Barbaren also (Wandalen, Alanen, Westgoten), Söldner, die neben den römischen Legionen kämpften.
4 Markomannen ("die in der Mark, d. h. im Grenzland, wohnende Männer") = ein großer germanischer, zu der Gruppe der Sueven zählender Volksstamm, die vermutlich zu Beginn des 1. Jahrhunderts v. Chr. von der Elbe vertrieben wurden und sich daraufhin am Main, im heutigen Franken, ansiedelten, wo sie die dort ansässigen Kelten verdrängten.
Zu Cäsars Zeit befanden sie sich in der nordöstlichen Hälfte des Königreichs Bayern. Von den Römern 9 v. Chr. besiegt, zogen sie zusammen mit den Quaden unter König Marbod nach Böhmen, in das Land der Bojer (keltischer Stamm, der von Gallien um 400 v. Chr. nach Oberitalien (Hauptstadt Bononia, heute Bologna) beziehungsweise in das nach ihm benannte Böhmen (Boiohaemum) eindrang), nördlich der Donau, wo Marbod im Bund mit anderen germanischen Stämmen ein großes germanisches Reich errichtete, das vom römischen Kaiser Augustus als potenzielle Gefahr für Rom wahrgenommen wurde. Im Jahr 19 gerieten die Markomannen unter römischen Einfluss und waren 30 Jahre lang ein römischer Klientelstaat. Der Druck anderer Germanenstämme, soziale und wirtschaftliche Veränderungen und die Schwäche der römischen Reichsverteidigung führten zu den Markomannenkriegen, die mit Unterbrechungen von 166 bis 180 n. Chr. dauerten.
433 kamen die in Pannonien ansässigen Markomannen unter die Herrschaft der Hunnen. Im 6. Jahrhundert wanderten sie nach Bayern aus und ihr Name verlor sich allmählich. Fortan erschienen sie unter dem Namen Bayern, ein Name, den sie bereits aus ihrer böhmischen Heimat mitgebracht hatten, nach der sie Vaiwarier, d. h. Bewohner von Baiheim (Böhmen), hießen.
5 Gepiden = ostgermanischer Stamm, der um die Mitte des 3. Jahrhunderts n. Chr. ertsmals erwähnt wurde. Sie siedelten damals im Weichseldelta. Es scheint, dass die Gepiden zusammen mit den Goten nach 250 an die untere Donau in den Karpatenraum (Siebenbürgen) zogen; hier traten sie zu Anfang des 5. Jahrhunderts als Verbündete oder als Untertanen der Goten auf.
Ende des 4. Jahrhunderts gerieten die Gepiden, wie die Ostgoten, in hunnische Abhängigkeit. Nach Attillas Tod (453) erhob sich der Gepidenkönig Ardarich und befreite Südosteuropa von der Hunnenherrschaft.
Die Gepiden besiedelten dann das Land zwischen Theiß und Donau, errichteten dort ihr eigenes Reich und vertrieben die Hunnen in das Gebiet zwischen Dnjestr und Dnjepr. In den Jahren 567/568 wurden sie von den Langobarden und Awaren (turktatarisches Nomadenvolk) unterworfen, worauf sie aus der Geschichte verschwinden.
6 Wandalen = ostgermanisches Volk, dessen ursprüngliches Siedlungsgebiet unbekannt ist; die bedeutendsten Teilstämme der Hasdingen und Silingen (nach Letzteren ist Schlesien benannt) sind zunächst als im Oder-Warthe-Raum ansässig belegt.
Während der Markomannenkriege (166-180) ließen sich Heerhaufen der Wandalen am Ostabhang der Karpaten, später im Theißbecken nieder. 406/407 überquerten die Wandalen mit Sweben und Alanen (kaukasisches Nomadenvolk) den Rhein und stießen 409 nach Spanien vor, wo sie 411 als römische Föderaten Landzuweisungen erhielten: die Hasdingen und Sweben im heutigen Galicien, die Silingen im heutigen Andalusien. Dort von den Westgoten bedrängt, wurden etwa 80.000 Wandalen und Alanen 429 von Geiserich nach Nordafrika geführt, wo sie auf römischem Boden ein eigenes Reich gründeten; Residenz wurde das 439 eroberte Karthago.
455 erschienen die Wandalen mit einer Flotte vor Rom und plünderten 14 Tage lang die Stadt. 533/534 wurde ihr Reich durch den oströmischen Feldherrn Belisar vernichtet.
7 Hunnen = asiatisches nomadisches Reitervolk, das im 1. Jahrhundert v. Chr. von den Chinesen besiegt wurde und deshalb westwärts zog. Unter Anführung Balamirs unterwarfen sie um 370 die an Terek, Kuban und am unteren Don lebenden Alanen (kaukasisches Nomadenvolk) und überschritten mit diesen vereint 375 den Don, wo sie die Ostgoten unterwarfen, die Westgoten über die Donau drängten. Die Zeit von 433 bis 454, unter der Regierung Attilas, bildete die Glanzperiode der hunnischen Macht. In dieser Zeit besaßen sie ein großes Reich nördlich des Schwarzen und des Kaspischen Meers, vom Kaukasus über Ungarn nach Westen bis fast zum Rhein. Nach Einfällen in das Oströmische Reich (441-443, 447) wurde dieses tributpflichtig. Auf ihren Furcht verbreitenden Raubzügen stießen die Hunnen bis Südfrankreich und Rom vor, wo sie von den Römern unter Flavius Aëtius und den Westgoten 451 auf den Katalaunischen Feldern besiegt wurden. 452 fielen die Hunnen in Italien ein und verwüsteten zahlreiche Städte, kehrte aber vor Rom um und zog in sein Stammland Pannonien. Nach dem Tod Attilas (454) kam es unter seinen Söhnen Ellac, Dintzic oder Dengizich und Ernac zu Nachfolgekämpfen und mehrere unterdrückte Völker brachen aus dem hunnischen Reich aus. Das Reich der Hunnen löste sich allmählich auf. Als die Hunnen von Gepiden und Ostgoten geschlagen wurden, wurden sie bis hinter den Pruth und Dnjepr zurückgedrängt. Als Dintzic um 468 den Tod im Kampf gegen die Ostgoten fand, verschwand der Name des hunnischen Reiches. Der Rest der überlebenden Hunnen ging in anderen Völkern auf.
8 Langobarden ("Langbärte" auch Winniler) = elbgermanischer Stamm (Teilstamm der Sueben), der um Christi Geburt an der Niederelbe siedelte. Nach Wanderungen und Kriegszügen durch das heutige Nord- und Ostdeutschland besetzten sie um 490 Gebiete nördlich von Noricum. 488 wurden Langobarden im Land der Rugier (Niederösterreich) erstmals erwähnt. 508/509 besiegten sie die Heruler und übernahmen deren Reich an der March im Süden der heutigen Slowakei. Im 6. Jahrhundert dehnten sie ihre Wohnsitze auch nach Pannonien bis zur Save aus, vernichteten 567 das Reich der Gepiden im heutigen Siebenbürgen und brachen 568 unter König Alboin in das damals byzantinische Italien ein. Das Langobardenreich mit der Hauptstadt Pavia umfasste Norditalien und Teile Mittel- und Süditaliens. Karl der Große, König des Fränkischen Reiches, eroberte 774 Pavia und ließ sich selbst zum König der Langobarden krönen. 951 wurde das Gebiet der Langobarden durch Otto I., König des Ostfrankenreiches, mit dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation verbunden. Die Herzogtümer Benevent, Capua und Salerno im Süden blieben vorerst selbständig, bis es im 11. Jahrhundert unter normannische Herrschaft kam.

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