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Bessarabien - eine römische Provinz

 

Domitian
Domitian

im Jahr 87 entsandte der römische Kaiser Domitian vier oder fünf Legionen, um die Daker für deren Überfälle auf die römische Provinz Moesia zu bestrafen und Dakien zu erobern.

Zwei Legionen wurden bei Tapae (in der Nähe des heutigen Bucova in Siebenbürgen1 /Rumänien) aus dem Hinterhalt überfallen und besiegt.

 

Decebalus
Decebalus

Bei der römischen Invasion 102 im ersten Dakerkrieg konnte Decebalus, letzter König von Dakien, einer vollständigen Niederlage noch entgehen, jedoch wurde ihm und seinem Volk ein Waffenstillstand aufgezwungen, dessen Bedingungen für sie wenig vorteilhaft waren.

Kaiser Trajan
Kaiser Trajan

Unter der Herrschaft von Kaiser Trajan marschierten die Römer drei Jahre später erneut ein. Nach einer langen Belagerung von Sarmizegetusa und lang andauernden Kämpfen zerschlugen sie die dakischen Truppenverbände endgültig.

Decebalus floh, wurde 106 aufgespürt und entging seiner Gefangennahme, indem er Selbstmord beging.

 

Dakien wurde zur römischen Provinz und blieb bis etwa 270 unter römischer Kontrolle.


Klicke auf das Bild, um es vergrößert zu sehenRömisches Reich um 300 n. Chr.
Römisches Reich um 300 n. Chr.

 

dakisches Geld
dakisches Geld
Trajansäule
Trajansäule

Das Römische Reich romanisierte Teile Dakiens, besiedelten es, beeinflusste es kulturell und einige der lokalen Stämme nahmen die lateinische Sprache und die Bräuche der römischen Herrscher an.

 

Adamklissi
Adamklissi

An Trajans Siege erinnern die Monumente von Adamklissi in der Dobrudscha (Rumänien), das Monument bei Màguri in Transilvanien (Rumänien) und die Trajanssäule in Rom, auf der Trajan Szenen aus seinen erfolgreichen Kriegen gegen die Daker in den Jahren 101/102 und 105/106 darstellen ließ.

Monument bei Màguri
Monument bei Màguri

 

Trajanswall in rot
Trajanswall in rot

Angeblich hätten die Römer nach den Kriegen (101/102 und 105/106) Befestigungslinien, die so genannten Trajanswalle, in der Dobrudscha und in einem Teil Mösiens gegen das dort ansässige Volk der Daker errichtet, um ihr Reich vor Eindringlingen zu schützen. Archäologische Untersuchungen im 20. Jahrhundert ergaben hingegen, dass die Wallanlagen eher jüngeren Datums sind. Überreste von Mauerwerk, Palisaden oder Türmen wurden nicht gefunden. Als Erbauer kommen eher die Goten zwischen 200-300 oder die walachischen Fürsten des Hauses Basarab um 1400 in Betracht.

 

270 zogen sich die Römer wegen der gotischen und karpischen Invasion zurück. Die Goten drangen von Süden über den Budschak (Tatarisch: Winkel, Dreieck) in das Römische Reich ein.

Wanderungen des zweiten bis fünften Jahrhunderts

 

Hunnensturm
Hunnensturm

Über Jahrhunderte blieb dieses Land ungenutzt und ab dem 5. Jahrhundert erlitt es wiederholte Invasionen durch Westgoten, Hunnen, Protobulgaren2, Awaren (asiatisches Reitervolk), Tiwerzen und Magyaren bis es dann von den Bessern (Herrscher Thrakiens) besetzt wurde. Der Einfluss des Römischen Reiches (Oströmischen Reiches) starb aber nicht vor 567 aus.

 

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 1 Siebenbürgen = Landschaft, im Innern des Karpatenbogens, die heute zu Rumänien gehört. Vom 3. Jahrhundert v. Chr. an Teil des Königreichs der Daker, 106-271 n. Chr. Teil der römischen Provinz Dakien, seit dem 7. Jahrhundert von Bulgaren, seit dem 9./10. Jahrhundert von Ungarn beherrscht, vom 11. bis 13. Jahrhundert der ungarischen Krone unterstellt.
Zum Grenzschutz wurden im 10. Jahrhundert Szekler, ab etwa 1150 deutsche Bauern und Handwerker (Siebenbürger Sachsen) angesiedelt; 1211-25 breitete sich im Burzenland (historische Grenzlandschaft im Südosten Siebenbürgens) der Deutsche Orden aus. Eine rumänische Bevölkerung ist erst seit etwa 1210 sicher bezeugt. 1437 »Union der drei Nationen« (Ungarn, Szekler, Sachsen) zur Abwehr der seit 1432 vordringenden Türken.
Die Bedrohung durch die Türken führte nach 1493 bis etwa 1530 zum Um- und Ausbau der Kirchen zu Kirchenburgen. Nach der Schlacht bei Mohács (1526) kam Siebenbürgen unter osmanische Oberhoheit; 1688 bzw. 1691 fiel Siebenbürgen vorläufig, 1699 (Frieden von Karlowitz) bei Wahrung seiner Autonomie endgültig an die Habsburger (Österreich); 1848/49 kurz, nach dem österreichisch-ungarischen Ausgleich 1867 wieder mit Ungarn vereinigt. Die Magyarisierungspolitik stieß auf den entschiedenen Widerstand der dort lebenden Rumänen und Sachsen. Durch den Frieden von Trianon (1920) kam Siebenbürgen an Rumänien, durch den 2. Wiener Schiedsspruch (1940) Nordsiebenbürgen und das Szeklerland (Ostsiebenbürgen) an Ungarn, durch den Pariser Frieden (1947) ganz Siebenbürgen wieder an Rumänien.

2 Protobulgaren = Turkstämme, die ursprünglich im Gebiet des Kaukasus, des Kaspischen und des Schwarzen Meeres siedelten. Unter Asparuch, dem ersten Khan des Ersten bulgarischen Reiches, gründeten die ins Donaugebiet eingedrungenen Protobulgaren um 680 gemeinsam mit slawischen Stämmen das 1. Bulgarische Reich.

 

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