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Bessarabien im Mittelalter

(Teil 1 von 3)

 

Hunnensturm
Hunnensturm

wom 5. - 11. Jahrhundert wurde das Gebiet Bessarabien von Goten, Hunnen, Awaren, Südslawen (Bulgaren), Magyaren, Petschenegen, Kyptschaken und die später als Tataren bezeichneten Mongolen erobert.

Dieser Landesteil wurde in Dutzende kurzlebige Königreiche unterteilt, die wieder aufgelöst wurden, wenn neue Eroberer eintrafen. Diese Jahrhunderte der Völkerwanderung und großer Unsicherheit, gingen später als die "Dunklen Jahrhunderte " Europas in die Geschichte ein.

Wanderungen vom zweiten bis fünften 
      Jahrhundert
Wanderungen des zweiten bis fünften Jahrhunderts

 

561 wurde Bessarabien von den Awaren erobert und 582 von den Protobulgaren1. Diese siedelten im Südosten Bessarabiens und im Norden der Dobrudscha.

das Großbulgarische Reich in seiner größten Ausdehnung (650-922)
das Großbulgarische Reich in seiner größten Ausdehnung (650-922)

 

bulgarischer Krieger
bulgarischer Krieger

Von dort zogen sie unter dem Druck der Chasaren nach Moesia, wo sie das 1. Bulgarische Reich gründeten.

Mit dem Aufstieg des chasarischen Staates im Osten nahmen die Invasionen ab und nun war es möglich größere Staaten zu bilden. Anscheinend soll der südliche Teil Bessarabiens unter Einfluss des Ersten Bulgarischen Reiches bis zum Ende des 9. Jahrhunderts gestanden haben.

Zwischen dem 9. und 13. Jahrhundert wird Bessarabien in slawischen Chroniken als Woiwodschaften2 der wallachischen Fürstentümer des frühen Mittelalters erwähnt.

 

Tatarenüberfall
Tatarenüberfall

Mit den letzten großen Invasionen der später als Tataren bezeichneten Mongolen in den Jahren 1241, 1290 und 1343 wurde die gesamte Region (Bessarabien, Moldau, Walachei, Siebenbürgen und Ungarn) verheert. Die Bevölkerung hatte unter den ständigen Kriegen sehr zu leiden und musste immer wieder in die Berge flüchten.

Die in der Nähe von Orhei gelegene wichtige Siedlung der Goldenen Horde Sehr-al-Jedid (auf Deutsch: Neue Stadt), stammt aus dieser Zeit.

Tatarenüberfall
Tatarenüberfall

 

Tatarenüberfall
Tatarenüberfall

Ein großer Bevölkerungsteil zog in die Ostkarpaten und nach Siebenbürgen1.

Scheinbar blieb während der tatarischen Invasionen nur eine Gruppe östlich des Flusses Pruth zurück, die dann in spätmittelalterlichen Chroniken als "Tighecirepublik" erwähnt wurde. Diese befand sich in der Nähe der modernen Stadt Cahul im Südwesten Bessarabiens und behielt auch während des späteren Fürstentums Moldau ihre Autonomie.


Die Mongolenreiche unter Dschingis Khan (ab 1206 bis 1294) und seinen Erben:Ausdehnung des Mongolenstaates (in Orange Vassallenstaaten und abhängige Staaten)
Ausdehnung des Mongolenstaates (in Orange Vassallenstaaten und abhängige Staaten)

 

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1 Protobulgaren = Turkstämme, die ursprünglich im Gebiet des Kaukasus, des Kaspischen und des Schwarzen Meeres siedelten. Unter Asparuch, dem ersten Khan des Ersten bulgarischen Reiches, gründeten die ins Donaugebiet eingedrungenen Protobulgaren um 680 gemeinsam mit slawischen Stämmen das 1. Bulgarische Reich.

2 Wojewode = ursprünglich im Mittelalter slawische Bezeichnung für einen gewählten Heerführer, später auch Bezeichnung für hohe Beamte. - In der Moldau, Walachei und in Siebenbürgen bis ins 16. Jahrhundert Titel der Herrscher.

 3 Siebenbürgen = Landschaft, im Innern des Karpatenbogens, die heute zu Rumänien gehört. Vom 3. Jahrhundert v. Chr. an Teil des Königreichs der Daker, 106-271 n. Chr. Teil der römischen Provinz Dakien, seit dem 7. Jahrhundert von Bulgaren, seit dem 9./10. Jahrhundert von Ungarn beherrscht, vom 11. bis 13. Jahrhundert der ungarischen Krone unterstellt.
Zum Grenzschutz wurden im 10. Jahrhundert Szekler, ab etwa 1150 deutsche Bauern und Handwerker (Siebenbürger Sachsen) angesiedelt; 1211-25 breitete sich im Burzenland (historische Grenzlandschaft im Südosten Siebenbürgens) der Deutsche Orden aus. Eine rumänische Bevölkerung ist erst seit etwa 1210 sicher bezeugt. 1437 »Union der drei Nationen« (Ungarn, Szekler, Sachsen) zur Abwehr der seit 1432 vordringenden Türken.
Die Bedrohung durch die Türken führte nach 1493 bis etwa 1530 zum Um- und Ausbau der Kirchen zu Kirchenburgen. Nach der Schlacht bei Mohács (1526) kam Siebenbürgen unter osmanische Oberhoheit; 1688 bzw. 1691 fiel Siebenbürgen vorläufig, 1699 (Frieden von Karlowitz) bei Wahrung seiner Autonomie endgültig an die Habsburger (Österreich); 1848/49 kurz, nach dem österreichisch-ungarischen Ausgleich 1867 wieder mit Ungarn vereinigt. Die Magyarisierungspolitik stieß auf den entschiedenen Widerstand der dort lebenden Rumänen und Sachsen. Durch den Frieden von Trianon (1920) kam Siebenbürgen an Rumänien, durch den 2. Wiener Schiedsspruch (1940) Nordsiebenbürgen und das Szeklerland (Ostsiebenbürgen) an Ungarn, durch den Pariser Frieden (1947) ganz Siebenbürgen wieder an Rumänien.

 

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