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Die Klöster

 

Kloster Beyharting in Bayern
Kloster Beyharting in Bayern

eine Hochform religiösen Gemeinschaftslebens stellten die Klöster dar. Sie waren gewissermaßen die Trainingslager für den Himmel. Wie bei Hochleistungssportlern ging es hier äußerst diszipliniert und asketisch zu: eisern eingehaltener Tagesablauf, genau abgestufte Diät, regelmäßige geistliche Übungszeiten in Gebet und Andacht, den Rest des Tages Aufbautraining des Geistes durch Arbeit: Ora et labora, bete und arbeite. Kurzum, man lebte nach strengen Regeln.

Ora et labora
Ora et labora

ln der Art der Regeln unterschieden sich die verschiedenen Orden: streng oder milde, kultiviert oder asketisch usw.

Der Ursprungsorden waren die Benediktiner, gegründet 529 von Benedikt von Nursia in Monte Cassino.

Eins ihrer einflussreichsten Klöster lag in Cluny/Frankreich. In immer neuen Reformwellen wurden immer neue Orden gegründet: die Kartäuser, die Zisterzienser, die Augustiner, die Karmeliter, die Prämonstratenser und die Bettelorden der Franziskaner und der Dominikaner, die sich später auf Ketzer- und Hexenverfolgungen spezialisierten und auch vor einem gelegentlichen Pogromaufruf nicht zurückschreckten.

 

Mönche bei der Arbeit
schreibender Mönch

Im frühen Mittelalter (550-850) aber waren die Klöster Inseln der Zivilisation. Von ihnen gingen nicht nur geistlicher Einfluss, Bildung und Christentum aus, sondern auch die Rodung der Wälder und wohltuende Erfindungen wie gutgebrautes Bier oder wundersame Heilmittel auf Biobasis. Vor allem aber waren die Klöster große Schreibstuben: da wurden die Manuskripte gerettet, abgeschrieben und aufbewahrt, die wir aus der Antike geerbt haben.

Von den Klöstern Irlands ging die Missionierung Englands aus und von den Klöstern beider Länder die Missionierung Deutschlands.

Missionierung
Missionierung

Der mittelalterliche Normalmensch arbeitete nicht nach der Uhr, sondern nach dem Sonnenstand: im Sommer länger, im Winter kürzer; und nach der anfallenden Arbeit: bei der Ernte länger, wenn es nichts zu tun gab, am liebsten gar nicht und ein Drittel des Jahres fiel sowieso auf kirchliche und andere Festtage.

Das Kloster war wirtschaftlich gesehen ein Bauerngut mit angeschlossenen Gewerbe-betrieben wie Brauereien, Mühlen, Weinkeller, Apotheken für Heilkräuter und häufig auch Krankenhäuser.

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