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Das 17. Jahrhundert, ein Jahrhundert der Kriege

 

Der 30-jährige Krieg (1618 - 1648):

Krieg um Glaube und Macht - Katholiken gegen Protestanten

das 17. Jahrhundert wurde durch den 30-jährigen Krieg zur Katastrophe. Er war das Ergebnis aller Krisen jener Zeit und brachte Verderben und millionenfachen Tod.

Der 30-jährige Krieg - Ein Dorf wird von Landsknechten überfallen. Sie plündern selbst die Toten, denn die Beute ist oft ihr einziger Sold
Sebastian Vrancx: Der 30-jährige Krieg:
Ein Dorf wird von Landsknechten überfallen

Das lutherische Wirtemberg gehörte zu einer der meistbetroffenen Regionen. Ab 1628 wurde es ausgeplündertes Durchgangsland und stand mehr oder weniger dauerhaft unter der Kontrolle fremder Truppen.

Der längste Krieg der deutschen Geschichte wurde durch das Eingreifen auswärtiger Mächte zu einem europäischen Krieg auf deutschem Boden, ein Krieg um Macht und Religion. In ihm kulmierten Streitigkeiten, die seit Jahrzehnten im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation und im restlichen Europa gärten.

 

Der Krieg wurde um zwei Prinzipien geführt:

  • um die Vorherrschaft der katholischen oder der protestantischen Konfession
  • um die Vorherrschaft des Kaisers im Reich oder die Unabhängigkeit der Fürsten

 

Zunächst ging es vor allem um grundlegende konfessionelle Gegensätze, hervorgerufen durch die Reformation1. Diese religiösen Gegensätze zogen im weiteren Verlauf auch nicht deutsche Anhänger der konkurrierenden protestantischen und katholischen Gruppen in den Konflikt und führten zu einer Ausweitung des Krieges.

30 Jahre lang kämpften Protestanten und Katholiken um den rechten Glauben, die Herrscher Dänemarks, Schwedens, der Niederlande und Frankreichs stritten in verschiedener Lage gegen den katholischen habsburgischen Kaiser des Reiches und dessen spanische Verwandte. . . . . bis 1648 Diplomaten das Morden mit dem Westfälischen Frieden beendeten.

Sebastian Vrancx - Kriegsszene
Sebastian Vrancx - Kriegsszene

 

Der Krieg endete mit der Unabhängigkeit der Fürsten. Damit war die Ausbildung eines Nationalstaates blockiert. Das Ergebnis war die Ohnmacht des Reiches und Kleinstaaterei. Staatlich blieb Deutschland bis 1870/71 zersplittert.

Heiliges Römisches Reich 1648
Heiliges Römisches Reich 1648

 

Für den Kampf der Konfessionen bedeutete das ein Unentschieden: Der jeweilige Kleinfürst bestimmte, welcher Glaube in seinem Kleinstaat galt. Auch konfessionell wurde Deutschland ein "Flickenteppich". Im Fürstentum Bayreuth war man evangelisch, im Bistum Bamberg katholisch; in Süddeutschland (Österreich, Bayern und Baden) war man katholisch und in Wirtemberg evangelisch.

 

Genauer gesagt war der 30-jährige Krieg eine Reihe von Kriegen zwischen 1618 und 1648, an denen die meisten Staaten Westeuropas beteiligt waren.

Der Verlauf des Krieges

Heiliges Römisches Reich deutscher Nation 1618-1648
Heiliges Römisches Reich deutscher Nation 1618-1648

 

Nahezu alle Teile des Südwestens erlebten Durchzüge von Truppen und Kämpfen. Der Krieg, einer der verheerendsten in der europäischen Geschichte, wird in der Regel in vier Phasen eingeteilt:

 

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1 Herzog Ulrich führte ab 1634 die Reformation in Württemberg ein
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