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Das 17. Jahrhundert, ein Jahrhundert der Kriege

Der 30-jährige Krieg (1618 - 1648)

(Teil 2 von 2)

Der Böhmisch-Pfälzische Krieg (1618-1625)

Ferdinand II.
Ferdinand II.

ein Jahr später, 1619, wurde der Habsburger  Ferdinand, König von Böhmen, durch die protestantischen böhmischen Stände1 abgesetzt und der calvinistische2 Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz zum Gegenkönig von Böhmen gewählt.

 

Friedrich V. von der Pfalz
Friedrich V. von der Pfalz

Der abgesetzte Ferdinand II., der kurze Zeit später zum Kaiser erhoben wurde, suchte seine Verbündete in Maximilian von Bayern, der militärische Kopf der Katholiken und einem katholischen böhmischen Adligen, Albrecht von Wallenstein. Auch das habsburgische Spanien schickte für Ferdinand Truppen in den Krieg.

Die Koalition des Kaisers besiegte in der ersten großen Schlacht am Weißen Berg (8. November 1620), in der Nähe von Prag, die böhmisch-protestantischen Stände.

Friedrich, der Gegenkönig oder spöttisch auch der Winterkönig gennant, wurde entmachtet und musste in die calvinistischenVereinigten Niederlande fliehen.

Des Pfaltzgrafen Urlaub, Bild aus einer Spottschrift auf Friedrich V.
Des Pfaltzgrafen Urlaub

Seine Kurwürde, das Recht zur Kaiserwahl, wurde als Belohnung an Maximilian von Bayern übertragen. Über Friedrich wurde die Reichsacht verhängt.

Die Anführer der "Rebellen" wurden zur Abschreckung öffentlich hingerichtet: 27 Anführer des Aufstands wurden 1621 hingerichtet, das Land zum Teil mit Gewalt rekatholisiert und etwa die Hälfte des adligen Grundbesitzes enteignet; zirka 150.000 Protestanten mussten das Land verlassen. 1627 wurde Böhmen mit der "Verneuerten Landesordnung" für fast 300 Jahre fest in die habsburgischen Erblande integriert.

Mit dieser Niederlage endete der böhmische Aufstand und auch die Herrschaft des Kurfürsten Friedrich von der Pfalz war somit beendet.

 

Die darauffolgenden Jahre waren für das Herzogtum Wirtemberg verhältnismäßig ruhige Jahre.

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1 Stände = rechtlich und sozial abgeschlossene Gruppen in einem hierarchischen Gesellschaftssystem, deren Zusammensetzung auf Abstammung, Besitz, Beruf, Bildungsgang/Bildungsgrad beruht. Historisch entwickelten sich aus den drei Ständen des Mittelalters (Adel, Freie, Unfreie und Leibeigene) verschiedene hierarchische Ständemodelle wie im ländlichen Raum die ständische Gliederung von Adel, Klerus und Bauern.

2 Calvinismus = evangelisch-reformierte Glaubenslehre des Genfer Reformators J. Calvin, die nur die geistige Präsenz Christi beim Abendmahl u. die [sich auch im irdischen Glück offenbarende] Prädestination der von Gott Auserwählten vertritt;

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