Du bist in: Württemberg > Wirtemberg im 18. Jahrhundert > Wirtemberg unter Herzog Eberhard Ludwig

Wirtemberg im 18. Jahrhundert

(Teil 2 von 7)

 

Herzog Eberhard Ludwig
Herzog Eberhard Ludwig

die absolutistischen Fürsten begannen seit der Jahrhundertwende neue Schlösser zu bauen.

 

Wirtemberg unter Herzog Eberhard Ludwig

Von 1693 – 1733 regierte in Wirtemberg der protestantische Herzog Eberhard Ludwig.

Er war der 10. Herzog Wirtembergs und der Erbauer der Stadt Ludwigsburg und des Residenzschlosses Ludwigsburg, eines der größten Barockschlösser Deutschlands.

Ludwigsburg wurde Residenzstadt und Hauptstadt des Herzogtums.

 

Residenzschloss Ludwigsburg
Residenzschloss Ludwigsburg

 

Herzog Eberhard Ludwig zeigte sich in seinen politischen Entscheidungen stark beeinflussbar, so dass nicht er, sondern der “Geheime Rat“1 und Kreise des Hofes letztendlich die Politik des Landes bestimmten. Einzig das Militär und die standesgemäße Betätigung als Offizier erregten sein dauerhaftes Interesse. So war die Schaffung eines stehenden Heeres ein wichtiges Ziel für ihn. Den finanziellen Unterhalt eines solchen Heeres konnte er erst nach heftigen Auseinandersetzungen mit dem Landtag durchsetzen.

1694 legte der Führer der Reichsarmee vom Nordrand des Schwarzwalds bis zum unteren Neckar eine Verteidigungslinie an (die sog. Eppinger Linien), die die französischen Angriffe fortan abwehrten.

Europa im Jahr 1700
Europa im Jahr 1700

Der spanische Erbfolgekrieg (1701 – 1714)

Ludolf Bakhuizen: Schlacht in der Bucht von Vigo, um 1702
Ludolf Bakhuizen: Schlacht in der Bucht von Vigo

Im spanischen Erbfolgekrieg2 zwischen Österreich (Kaiser Leopold I. aus dem Hause Habsburg) und Frankreich (Ludwig XIV.) standen fast alle deutschen Fürsten auf der Seite Österreichs (Haager Allianz3). Im März 1702 trat auch der "Schwäbische Kreis" (einer der 10 Reichskreise4 des Heiligen Römischen Reiches) der Allianz bei.

Karte der Reichskreise des Heiligen Römischen Reiches Anfang des 16. Jahrhunderts. (der schwäbische Kreis ist in gelb, die kreisfreien Territorien sind Weiß dargestellt)
Karte der Reichskreise des Heiligen Römischen Reiches
Anfang des 16. Jahrhunderts

An dem nun beginnenden Reichskrieg hatten die schwäbischen Kreistruppen einen erheblichen Anteil. 1702 fiel Ulm durch eine List in die Hand des Gegners und wurde Ausgangspunkt für zahlreiche Plünderungszüge auf die Schwäbische Alb.

1704 besiegten die Truppen der Allianz die Franzosen bei Donauwörth. Ulm wurde zurückerobert. 1707 kam es zu einem erneuter Einfall von französischen Truppen in Wirtemberg.

 

barra

indietro1 2 3 4 5 6 7 avanti

1 Der Geheime Rat war in den Territorien des Heiligen Römischen Reiches und den späteren deutschen Monarchien ein Kollegium von Räten, das unmittelbar dem Fürsten unterstand und meist unter dessen Vorsitz über die wichtigsten Landesangelegenheiten Beschluss fasste.

2 Der Spanische Erbfolgekrieg (1701−1714) war ein Kabinettskrieg, der um das Erbe des letzten spanischen Habsburgers, König Karl II. von Spanien, geführt wurde. Letztlich gelang es Frankreich, mit Philipp V. die bis heute amtierende Dynastie der Bourbonen auf den spanischen Thron zu bringen. Fast alle an dem Krieg beteiligten Mächte hatten am Ende des Krieges zumindest Teilerfolge erzielt.

3 Die Haager Große Allianz zwischen dem Kaiser, fast allen Reichsständen, England, den Niederlanden, Portugal und Dänemark zielte im Spanischen Erbfolgekrieg seit 1701 darauf ab, eine französisch-bourbonische Hegemonie in Europa zu verhindern.

4 Reichskreise waren übergeordnete, territoriale Einheiten des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, die mehrere Landesherrschaften umfassten - zunächst mit Ausnahme der Kurfürstentümer und der habsburgischen Erblande. Sie wurden 1500 im Zuge der Reichsreform Maximilians I. geschaffen, um eine bessere Verwaltung des Reichs durch das Reichsregiment zu ermöglichen und bestanden bis 1806.

Creative Commons Namensnennung- nicht kommerziell 3.0
2007 - 2016
CSS validoHTML valido