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Wirtemberg im 18. Jahrhundert

(Teil 5 von 7)

Der Siebenjährige Krieg1

Jakob Christian Schlotterbeck: Herzog Carl Eugen
Jakob Christian Schlotterbeck:
Herzog Carl Eugen

herzog Karl Eugen verprasste die französischen Hilfsgelder mit seiner Verschwendungssucht und dachte nicht im entferntesten daran, Soldaten für den Bedarfsfall auszurüsten.

siehe 1. Subsidienvertrag

 

Als dann 1756 der Siebenjährige Krieg (auch: Dritter Schlesische Krieg) (1756-63) ausbrach und Frankreich, das württembergische Subsidienheer anforderte, geriet der Herzog in große Schwierigkeiten. Außer der Anforderung des Subsidienheeres musste er noch knapp 1.500 Soldaten für den Reichskrieg gegen Preußen stellen. Aber es gab weder Soldaten, noch Montur2, noch Waffen, noch Munition.

Europa zur Zeit des Siebenjährigen Krieges
Europa zur Zeit des Siebenjährigen Krieges

 

In Wirtemberg durften Truppen nur für den Fall der Landesverteidigung ausgehoben werden. Nur mit einem Verfassungsbruch konnte Herzog Karl Eugen seine Verpflichtungen erfüllen und sich den weiteren Zufluss von Hilfsgeldern garantieren.

 

Der 2. Subsidienvertrag mit Frankreich

Noch vor Ablauf des ersten Subsidienvertrages mit Frankreich (1752 – 1758) schloss Herzog Karl Eugen 1757 einen zweiten Subsidienvertrag mit Frankreich ab.

 

Die Aufrüstungsmethoden

Uniform des Infanterieregiments von Wirtemberg
Uniform

Im offenen Verfassungsstreit mit der Landschaft3 veranlasste Karl Eugen daraufhin die Mobilmachung, der allerdings kaum jemand freiwillig Folge leistete. Er ließ Männer Zwangsausheben. Mit brutalen und groß angelegten Menschenjagden auf Bauern, kleine Handwerker und Tagelöhner, sollte eine 6.000 Mann zählende Truppe aus dem Boden gestampft werden. Drei solcher Menschenjagden am 3.Mai, 7. Juli und 27. Oktober 1757 brachten aber nur 2.700 Mann zusammen.

Daneben wurde noch eine nur dem Anschein nach freie Werbung von Soldaten praktiziert. Nach preußischem Vorbild wurden betrunkene Männer in Wirtshäusern oder bei Dorffesten und sonstigen Tanzveranstaltungen von Werbeoffizieren aufgegriffen. Dann wurden sie kurzerhand eingesperrt und so lange ohne jegliche Nahrung festgehalten, bis sie sich "freiwillig" anwerben ließen.

Garderegiment zu Pferd
Garderegiment zu Pferd

Für Desertierte gab es eine Kopfprämie von 18 Gulden. Zum Teil entzündete sich daraus ein regelrechtes "Jagdfieber": Glocken riefen zur Treibjagd auf den Verdächtigen auf, Wege wurden versperrt, Brücken bewacht und Heuhaufen wurden mit Heugabeln durchstochert. Trotzdem ließen die gegen ihren Willen rekrutierten Soldaten keine Gelegenheit aus, dem verhassten Heer den Rücken zu kehren.

 

Trabantenleibwache
Trabantenleibwache

Als sich ein französischer Abgesandter Ende Juni 1757 das Regiment vorführen ließ, liefen die Männer haufenweise davon und verstreuten sich im Land. Es desertierten über tausend Soldaten.

Um eine noch größere Katastrophe zu vermeiden, gewährte der Herzog überraschenderweise eine Amnestie für alle zur Truppe zurückkehrenden Deserteure. Aber 360 Mann waren untergetaucht oder außer Lande geflohen und so sorgte erst die zweite Zwangsaushebung am 7. Juli dafür, dass sich unter dem Kommando des Herzogs die annähernd 6.000 Soldaten des Subsidienheeres aufmachten, um in Schlesien gegen die preußischen Truppen in den Kampf zu ziehen.

Schlacht bei Kunersdorf (12. August 1759)
Schlacht bei Kunersdorf (12. August 1759)

 

Auch auf dem Marsch dorthin gehörten Desertionen zum Alltag der zusammen gewürfelten, schlecht ausgebildeten und miserabel bewaffneten Truppe. Auch mit zahlreichen standrechtlichen Erschießungen von Fahnenflüchtigen konnte man nicht beikommen.

Carl Röchling: Schlacht von Leuthen, Sturm auf das Kirchenportal
Carl Röchling: Schlacht von Leuthen,
Sturm auf das Kirchenportal

In der Schlacht von Leuthen (5. 12. 1757) siegte Preußen.

Die katastrophale Bilanz:

  • 134 tote wirtembergische Soldaten,
  • 160 Verwundete,
  • 124 in feindlicher Gefangenschaft und dazu noch
  • 1.832 Vermisste, wahrscheinlich desertierte Männer, die sich angesichts der preußischen Überlegenheit weigerten, Kanonenfutter zu werden. Im böhmischen Winterlager durch Fieber und andere Krankheiten um weitere 600 wirtembergische Männer dezimiert, zieht sich das kaum noch 2.000 Soldaten zählende wirtembergische Korps Anfang April 1758 in die Heimat zurück, wo es "zerlumpt, hungrig, verlaust, krank und ohne Mäntel" vom Herzog am 27. April in Augenschein genommen wurde.

In der Folgezeit musste das Subsidienheer schnell wieder auf die Sollstärke von 6.000 Mann gebracht werden, da die Franzosen drohten den Geldhahn zuzudrehen. Den Untertanen wurde das Einfangen von Deserteuren als Frondienst zur Pflicht gemacht und ihnen bei Erfolg eine Kopfprämie von 15 Gulden zugesichert, im Falle des Nichteinfangens aber mit Strafe gedroht. In 2 Monaten konnten die erforderlichen 6.000 Mann zusammengestellt werden. 1768 kündigten die Franzosen den Subsidienvertrag und brachten damit die wichtigste Geldquelle Herzog Karl Eugens zum Versiegen.

Preußische Infanterie überschreitet im Sturm einen Graben
Preußische Infanterie überschreitet im Sturm einen Graben

Dieser schloss danach noch einen Subsidienvertrag mit Österreich, doch auch der dritte Feldzug, an dem die württembergischen Truppen, nun an der Seite Österreichs gegen Preußen kämpften, endete ohne die erhofften militärischen Erfolge. Aber auch nach dem Ende des Krieges ist Karl Eugen nicht bereit, die Ausgaben für sein Heer dauerhaft zu senken.

 

Der Entmachtungsversuch der wirtembergischen Ehrbarkeit

Systematisch arbeitete er daraufhin, die wirtembergische Ehrbarkeit4 zu entmachten, indem er sich einen stärkeren Einfluss auf die Amtsversammlungen schaffen wollte. Trotz der wiederholten Kränkung und der offenen Missachtung konnte sich die Ehrbarkeit aber nie zu einer Revolte gegen den Herzog mit dem Ziel seiner Absetzung entschließen.

 

Landschaftsgebäude in Stuttgart
Landschaftsgebäude in Stuttgart

Im Juli 1764 reichten die wirtembergischen Landstände am Reichsgericht Klage wegen fortgesetztem Verfassungsbruch gegen ihren Herzog beim Reichshofrat in Wien ein und gaben somit den Startschuss zu einem für das Reich einmaligen Rechtsstreit von Untertanen gegen ihren regierenden Landesfürsten.

Zunächst zeigte sich der Herzog eher unerbittlich. Er kündigte die Verlegung seines Hofes nach Ludwigsburg an und verschärfte die Methoden zur Steuereintreibung. Doch als nach zwei Monaten, am 6. September 1764, ein vorläufiges Dekret aus dem kaiserlichen Wien eintraf, das den Forderungen der Landschaft Recht gab, musste Karl Eugen, der jede Unterstützung in Europa verloren hatte, einlenken. Er musste sich verpflichten, den Landtag anzuerkennen. Seine Macht und vor allem sein Zugriff auf die finanziellen Ressourcen des Landes wurden erheblich eingeschränkt.

Seit dem Beginn der 70er Jahre entspannte sich das Verhältnis zwischen Herzog und Landständen zunehmend. Herzog Karl Eugen verwandelte sich vom prassenden Repräsentationsfürsten zum aufgeklärt-absolutistischen Herrscher, dem es nun um Rentabilität, Effizienz der Verwaltung und Wohlfahrt des Landes ging. Um dies zu erreichen, sollten die steigenden Auswanderungen eingedämmt werden.

Seit dem Tübinger Vertrag vom 8. Juli 1514, das wichtigste württembergische Verfassungsdokument, zwischen Herzog Ulrich von Wirtemberg als Landesherrn und den Prälaten und der Landschaft von Wirtemberg als Vertreter der Landstände wurde den württembergischen Untertanen der "fryen [freien] Zug" zugestanden.

„... Damit ouch der gemain man den last so viel lydenlicher und williger tragen, so soll inen hertzog Ulrich ainen fryen zug gnediglich vergönden und zulassen, ....”

 

Als verfassungsmäßiges Grundrecht galt, daß jeder Württemberger, selbst der Leibeigene ohne Abzug oder Nachsteuer und, ohne einer Erlaubnis zu bedürfen, auswandern konnte.

Am 25. April 1782 verwarnte der damalige Herzog Karl Eugen von Württemberg seine

„... lieben und getreuen Untertanen sich durch falsche Vorspiegelung einer gebildeten Glükseligkeit betören [zu] lassen, leichtsinniger Weise die in ihrem Vaterlande geniessende gewisse Vorteile gegen etwas ungewisses zu vertauschen, und in andere Landesgegenden zu ziehen ..... als ist hiemit unser gnädigster Befel [Befehl] an euch, Ihr sollet allen dergleichen Leuten, welche ihr bisheriges Heimwesen zu verlassen, und sich anderwärts ansäßig zu machen.... daß wenn sie auf ihrem unbedachtsamen Vorsaze [Vorsatz], ihr Vaterland zu verlassen, bestehen würden, Wir zwar keineswegs gemeint seien, sie von ihrer vorhabenden Veränderung, welche sie zuverläßig bälder oder später zu bereuen gegründete Ursache haben würden, wider ihren Willen zurückhalten; .... wenn sie einmal ihr Untertanen- und Bürgerrecht behörig aufgekündigt, und ihr Vaterland verlassen haben, unter keinerlei Umständen einer Wiederaufnahme für sich und die Ihrigen in unsern Herzoglichen Landen sich getrösten, sondern sich selbstens zuzuschreiben hätten, wenn sie ihrem Schiksal lediglich überlassen, und bei ihrer allenfalls erfolgenden Rückker [Rückkehr] ein für allemal ab – und sogleich ohne weiters aus unseren Herzoglichen Landen, welche sie vorhin mutwilliger Weise, gegen alle an sie ergangene gnädigste Verwarungen [Verwarnungen] und Vorstellungen, in ihrem Eigensinn verlassen haben, hinausgewisen werden.....”

Georg Christian Heinrich Bunz: Ueber die Auswanderungen der Wirtemberger, Jacob Friedrich Heerbrandt, Tübingen, 1796, S. 166 ff.

 

Die französische Revolution4

Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte in zeitgenössischer Darstellung
Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte

Die Revolution von 1789 veränderte nicht allein Frankreich von Grund auf. Revolutionäre Ideen und Armeen überfluteten in der Folgezeit auch das übrige Europa. Kaum ein Staat westlich von Russland und nördlich der Pyrenäen blieb von dieser Beeinflussung unberührt oder konnte sich ihr entziehen. Die Revolution rüttelte gewaltig an dem altersschwachen Gerüst politischer, sozialer und religiöser Konventionen in Alteuropa und bekundete per Dekret beinahe täglich ihren festen Erneuerungswillen.

Zuerst fielen die gesellschaftlichen Grenzen, ihnen folgten 1790/91 die religiösen und mit dem Kriegseintritt 1792 (Erster Koalitionskrieg) die politischen.

Werber kamen ins Land und luden zu Auswanderungen ein. Die Auswanderungszahlen stiegen an, was zu fehlenden Steuerzahlern führte.

Am 16. Januar 1790 wandte sich Herzog Karl Eugen an sämmtliche Ober- und Stabsbeamte, um die Herzoglichen Untertanen vor dem leichtsinnigen Auswandern aus ihrem Vaterland zu verwarnen. Ein Plakat sollte in den Städten unter den Thoren und an das Rathhauß, in den Dörfern affigirt werden:

„Nachdem Seiner Herzoglichen Durchlaucht von mehreren Orten her die Nachricht zugekommen, daß in den Herzoglichen Landen seit einiger Zeit hie und da fremde Personen sich einschleichen, welche sich ein besonderes Geschäft daraus machen, den gemeinen Mann durch Vorspiegelung und Versprechung allerhand erdichteter und im Grunde nicht einmal wahrscheinlicher Vorteile zum wegziehen aus dem Vaterland anzureizen und zu verfüren; so haben Höchstdieselbe nach Dero teuren Regentenpflichten und Ihren auf das wahre Wol Dero lieben und getreuen Untertanen jederzeit aufmerksamen landesväterlichen Gesinnungen gnädigst Sich veranlaßt gefunden, hiemit jedermänniglich bekannt zu machen, daß zwar Seine Herzogliche Durchlaucht diejenige, und sich anderwärts ansäßig zu machen gemeint seyn sollen, von dem Vollzug des Vorhabens wider ihren Willen nicht abzuhalten gedenken, hingegen dieselbe so wolmeinend als ernstlich verwarnt haben wollen, diesfalls keine übereilte Entschliessung zu fassen, sondern vorher wol zu überlegen, ob es für sie räthlich seie, das im Vaterland wirklich geniessende viele Gute gegen die im Ausland ihnen zwar zusichernde, aber höchst ungewisse und unwahrscheinliche Vorteile zu vertauschen, damit sie nicht in den nach der bisherigen Erfarung bei dergleichen leichtsinnigen Auswanderungen schon so oft eingetretenen Fall kommen mögen, ihren unbedachtsamen Entschluß allzuspät und vergebens bereuen zu müssen, massen Seine Herzogliche Durchlaucht hiemit offentlich erklären, und ein für allemal festsetzen, daß keine der Wegziehenden jemals wieder der Rückkehr in sein gegen alle Warnungen verlassenes Vaterland zu getrösten haben, sondern für sich und die Seinige von der Wiederaufnahme in das disseitige Landesuntertanen- und Bürgerrecht ohne alle weitere Rücksicht für immerhin ausgeschlossen bleiben solle. In Ansehung der so unbefugten als zudringlichen Anwerber, welche die Herzogliche Untertanen unter allerhand scheinbaren Vorspiegelungen zum Auswandern zu verleiten suchen, wiederholen übrigens Seine Herzogliche Durchlaucht die schon öfters ergangene und jedermann bekannte Verordnung, daß auf dieselbe sorgfältig gefahndet, und sie auf Betretten zur Verhaft und Inquisition [vor Gericht stellen] gezogen werden sollen, indeme Höchstdieselbe ernstlich gemeint sind, gegen dergleichen verwegene Volksverfürer mit aller Schärfe verfaren zu lassen.”

Georg Christian Heinrich Bunz: Ueber die Auswanderungen der Wirtemberger, Jacob Friedrich Heerbrandt, Tübingen, 1796, S. 169 ff.

 

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1 Siebenjähriger Krieg = auch 3. Schlesischer Krieg; Krieg Österreichs gegen Preußen von 1756 bis 1763 um die Wiedergewinnung Schlesiens und die Hegemonie auf deutschem Boden. Schon 300 Jahre lang waren die Habsburger stärkste Macht im HRR.
Beteiligt am Krieg waren die meisten der europäischen Mächte, vor allem Preußen und Großbritannien-Hannover auf der einen und Österreich, Sachsen, Frankreich, Russland, Schweden und Spanien auf der anderen Seite.
Kaiserin Maria Theresia und der österreichische Minister Graf W. A. Kaunitz waren nach dem 2. Schlesischen Krieg bestrebt Schlesien, das Preußen 1742 erobert hatte, wieder zurück zu gewinnen und in diesem Zusammenhang die als Gefahr gesehene preußische Macht zu brechen. Die daraus in Europa entstehenden Spannungen verbanden sich mit denen zwischen England und Frankreich um das Gebiet am oberen Ohio in Nordamerika. Der Krieg wurde in Mitteleuropa, Nordamerika, Indien, der Karibik sowie auf den Weltmeeren ausgefochten.
Der 7-jährige Krieg gilt als der erste weltweite Krieg, der das europäische Gleichgewicht veränderte. Gleichzeitig wurde der Dualismus zwischen Österreich und Preußen gefestigt, der die deutsche Geschichte fortan mehr als hundert Jahre prägen sollte. Obwohl er unentschieden endete galt nun Preußen neben Großbritannien, Frankreich, Österreich und Russland als eine europäische Großmacht.

2 Montur veraltete Definition für Uniform

3 Landschaft: hier: der dem Landesherrn, insbsondere bei der Schuldenverwaltung, gegenübertretende (oft auch von diesem initiierte) Zusammenschluss aller Landesstände oder, wo Geistlichkeit und Adel fehlen, auch nur der in Städten, Ämtern u. ä. verfassten Untertanen. [Deutsches Rechtswörterbuch (DRW)]

4 In der Geschichte Altwürttembergs bezeichnet man mit Ehrbarkeit die evangelischen Bürger, deren Familien (etwa 30) im Landtag vertreten waren. Das waren vor allem Pfarrer und Beamte.

4 Die Französische Revolution kann wie jede andere Revolution auch nicht auf eine einzige Ursache zurückgeführt werden. Zum ersten Mal wurde in Europa eine Gesellschaftsordnung angestrebt, in der jeder Mensch politisch frei und rechtlich gleich sein sollte (Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit). Alle Vorrechte der Geburt, des Standes, der Religion sollten abgeschafft werden. An die Stelle des absolutistisch, aus Gottes Gnaden regierenden Monarchen sollten die Verfassung, die Menschen- und Bürgerrechte treten.
In der Zeit vor dem Ausbruch der Revolution war Frankreich durch das absolute Königtum der Bourbonen und dem Gegensatz der Stände geprägt. Frankreich war unter Ludwig XIV. die Vormacht Europas.
Besonders benachteiligt waren vor Ausbruch der Revolution der 3. Stand, der 98% (90% Bauern und 8% Bürger) der Gesamtbevölkerung ausmachte, jedoch kein Mitspracherecht hatte und die gesamte Steuerlast trug. Sie mussten an ihre Grundherren Abgaben leisten, der Kirche den Zehent abliefern und dem Staat hohe Steuern zahlen.
Zur Unzufriedenheit des 3.Standes kam auch noch eine wirtschaftliche Krise hinzu. Durch die vielen Kriege, die hohen Ausgaben für ein großes ständiges Heer und die verschwenderische Hofhaltung stieg die Staatsschuld ins Unermessliche und schwächten die Wirtschaftskraft des Landes.
Im Jahre 1786 waren die Staatsausgaben 25% höher als die Einnahmen, ein Staatsbankrott schien unvermeidlich.
Missernten führten zu Hungersnöten und demnach zu einer Lebensmittelknappheit und steigenden Getreidepreisen, so dass sich kaum noch jemand Getreide leisten konnte. Das trieb viele in die Armut. Die Unmut im Land nahm zu und der Ruf nach Reformen war nicht mehr zu überhören.

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