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Die bessarabischen Juden im Fürstentum Walachei

 

Woiwode Vladislav I.
Woiwode Vladislav I.

bereits während der Anfänge des Fürstentums Walachei, besonders unter dem Woiwoden Vladislav I., wanderten dort ab 1360 Juden ein, die während der Herrschaft Ludwigs I.1 aus dem Königreich Ungarn fliehen mussten.

Auch Woiwode2Dan I., der von 1384 bis 1386 in der Walachei regierte, garantierte ihre Rechte.

Aus der Zeit von Vlad III. Drăculea (1456–1462) werden dann wieder Judenverfolgungen berichtet.

Mihai Viteazul
Mihai Viteazul

Woiwode Mihai Viteazul ordnete 1594 eine Massenhinrichtung an, die nicht nur gegen Juden, sondern gegen fremde Kreditgeber überhaupt gerichtet war.

Woiwode Matei Basarab versuchte 1633, die Juden der Walachei zum Christentum zu bekehren, indem er Konvertiten wichtige Ämter übertrug.

Constantin Brâncoveanu, der von 1688 bis 1714 regierte, gewährte den Juden weitere Privilegien.

Sein Nachfolger Ștefan Cantacuzino hingegen ließ die Bukarester Synagoge zerstören.

das Fürstentum Walachei während der Herrschaft von Fürst Mircea cel Bătrân (1386–1418)
das Fürstentum Walachei während der Herrschaft von Fürst Mircea cel Bătrân (1386–1418)

 

Constantin Ypsilantis
Constantin Ypsilantis

Gegen Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts erschienen die ersten Pamphlete antisemitischen Charakters: Ordinul de aur (Der goldene Befehl, 1771) und Infruntarea jidovilor (Die Schelte der Juden, 1803). Darin wurden immer wieder die Juden des uralten rituellen Kindesmordes beschuldigt, so dass sich 1804 Woiwode Constantin Ypsilantis veranlasst sah, die orthodoxe Geistlichkeit zur Ordnung und Toleranz zu rufen.

 

1812, während des Russisch-Türkischen Krieges, plünderten kalmückische Truppen Bukarest, den Fürstensitz der Walachei, zerstörten dabei vor allem das jüdische Viertel und töteten zahlreiche jüdische Einwohner.

Zwei Jahre später im Jahr 1814 kam es in der Stadt zu einem Pogrom, dem 128 jüdische Einwohner zum Opfer fielen.

Bukarest um 1717
Bukarest um 1717

 

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1Ludwig I. von Ungarn stand in einem engen Verhältnis zu Papst Innocenz VI.. Unter dem feindlichen Einfluss der katholischen Kirche in jüdischen Angelegenheiten wurden die Juden infolge des Ausbruchs des Schwarzen Todes (Pest) 1349 erstmals Juden aus Ungarn ausgewiesen. 1360 wurde eine allgemeine Ausweisung verordnet, doch um das Jahr 1364 durften einige Juden unter einschränkenden Bedingungen zurückkehren, zumal sie, wie in den übrigen europäischen Ländern, die treibende Kraft des Wirtschaftslebens bedeuteten.

2 Woiwode = slawischer Adelstitel, vergleichbar mit dem gleichnamigen germanischen Titel Herzog

 

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