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Die Judenverfolgung während des 1. Kreuzzuges

(Teil 3 von 3)

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das Blutdbad bei der Einnahme Jerusalems
das Blutdbad bei der Einnahme Jerusalems

er 1. Kreuzzug endete 1099 mit der erfolgreichen Einnahme Jerusalems1 und einem fürchterlichen Blutbad der muslimischen und jüdischen Bevölkerung.

Wie die Quellen berichten, sollen die Kreuzfahrer bis zu den Knöcheln im Blut gewatet haben und die Straßen seien von verstümmelten Leichen und abgeschlagenen Gliedern und Köpfen gesäumt gewesen. Bei dem Massaker sollen zwischen 30.000 bis 70.000 Menschen den Tod gefunden haben.

 

..... Nicht Alter, nicht Geschlecht, nicht Jugend wurden verschont; ein gutes Werk glaubten die entmenschten Kreuzfahrer zu verrichten, wenn sie Alles ausrotteten, was nicht an Jesus glaubte. Am gräßlichsten ging es in der Moschee Omar's zu, wo 10.000 Sarazenen (Muslimen) in ihrem Blute schwammen, die Vorhöfe mit Blut so überdeckt waren, daß die Kreuzfahrer bis an die Knöchel darin wateten und zerhackte Köpfe und Glieder wie auf einem Strome darauf umhertrieben. Auch gegen die armen Kinder wütheten die Mörder. Manche wurden in den Armen der kreischenden Mütter ermordet, andere mit eiserner Faust geschwungen und das zarte Gehirn an die Mauer geschmettert. Viele Frauen stürzten sich aus den Fenstern oder von den Dächern herab, um den blutigen Händen der Unmenschen zu entfliehen. Als nun endlich die Arme von der langen Blutarbeit ermatteten, erinnerten sich die Kreuzfahrer erst, daß sie in Jerusalem wären. ......

aus: Friedrich Noesselt: Lehrbuch der Weltgeschichte für Töchterschulen und zum …, Band 2, Bayerische Staatsbibliothek, 1867, S. 124;

 

Gustav Bauernfeind: Felsendom (Umar-Moschee) in 
        Jerusalem
Gustav Bauernfeind: Felsendom (Umar-Moschee) in Jerusalem

 

Papst Eugen III.
Papst Eugen III.

Aber dies sollte nur der Anfang einer Reihe von Verfolgungen sein.

Schon 1146, kurz vor dem 2. Kreuzzug, als der franziskanische Mönch Rudolf im Rheinland erneut zu Judenpogromen aufrief, erließ Papst Eugen III. die Bulle Sicut Judaeis (lat.: Zum Schutz der Juden). Diese verbot Zwangstaufen, Übergriffe ohne Rechtsverfahren und erpresste Dienstleistungen, erlaubte ungestörte jüdische Feste, gebot den Schutz jüdischer Friedhöfe und drohte denen, die diese Regeln verletzten, die Exkommunikation an.

Ludwig VII.
Ludwig VII.

Zugleich verlangte der angesehene Theologe und Reformator der mittelalterlichen Klöster Petrus Venerabilis von Cluny vom fränkischen König Ludwig VII., die Juden, die für ihn keine Menschen, sondern Tiere waren, leben zu lassen, aber vollständig zu enteignen, um mit ihrem Besitz die Kreuzfahrer des 2. Kreuzzugs zu finanzieren; denn sie seien weit schlimmere Feinde Gottes als die „Sarazenen“ (Muslime). Dennoch sollten sie „zu einem Leben schlimmer als der Tod bewahrt bleiben“.

 

Infolge der Kreuzzüge (1096-1269) wurden viele bis dahin blühende Judengemeinden in Europa und Palästina ausgerottet und die Stellung der Juden im Mittelalter verschlechterte sich in vielen Ländern zusehends. Der “kriegerische“ Geist der Kreuzzüge erzeugte die richtige Atmosphäre für eine gewaltige "Explosion" in allen westeuropäischen Ländern.

Vielfach kam es zu Talmud2verbrennungen, Synagogenschändungen und Zwangstaufen nach dem Motto Taufe oder Tod, wo die meisten den Tod wählten und ihre Kinder eigenhändig töteten, um sie nicht den Christen auszuliefern, danach töteten sie sich selbst.

das Massaker der Juden nach der Eroberung Jerusalems
das Massaker der Juden nach der Eroberung Jerusalems

 

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1 Jerusalem wird von Christen, Juden und Muslimen als Heilige Stadt angesehen. Für alle drei dieser Religionen ist Jerusalem als Wirkungsort verschiedener Propheten wie Abraham, Salomon, David, Zacharias und anderen bedeutend. Orte, wie der Tempelberg, sind seit jeher umstritten und Ursache für Konflikte.

2 Talmud = Sammlung der Gesetze u. religiösen Überlieferungen des Judentums nach der Babylonischen Gefangenschaft

 

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