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Ritualmord-, Blutlegende und Hostienfrevel

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Titelblatt von Luthers antijüdischer Schrift Von den Juden 
      und ihren Lügen, 1543
Titelblatt von Luthers antijüdischer Schrift
"Von den Juden und ihren Lügen", 1543

uch Martin Luther plädierte in seiner Schrift „Von den Juden und ihren Lügen“ 1543 für das Verbot der jüdischen Religionsausübung und die Unterdrückung der jüdischen Bevölkerung.

Nach der protestantischen Reformation (1517-1648) wurden manche Länder Europas toleranter gegenüber den Juden. Erste Anzeichen gab es in England, wo das Commonwealth unter Oliver Cromwell den Juden ab 1650 die Einwanderung anbot. Einflussreiche Männer wie der Philosoph John Locke und der Missionar Roger Williams luden sie zudem ein, sich in den englischen Kolonien Nordamerikas nieder-zulassen. In Frankreich verlieh die Nationalversammlung den Juden während der Französischen Revolution 1791 die Gleichberechtigung, d.h. alle Bürger, ohne Unterschied der Religion, erlangten die Niederlassungs- und Gewerbefreiheit.

 

Zwischen dem 12. und dem 15. Jahrhundert kam es zu mehreren aufeinanderfolgenden Wellen jüdischer Vertreibungen und “Völkerwanderungen“ aus West-und Mitteleuropa in Richtung Osten und zusammen mit den Auswanderungswellen migrierte auch die Legende der rituellen Kindestötung.

Vertreibung von Juden
Vertreibung von Juden

 

Die meisten aschkenasischen1 Juden, die nach Osteuropa geflüchtet waren, hatten sich in Polen-Litauen niedergelassen.

Siedlungsgebiet und Wanderbewegungen 
      europäischer Juden im Mittelalter
Siedlungsgebiet und Wanderbewegungen europäischer Juden im Mittelalter

 

Bogdan 
      Chmelnizki
Bogdan Chmelnizki

Um 1648 betrug ihre Zahl in Polen über 500.000, die innerhalb des Königreichs ihre Autonomie bewahrten und das Land zu einem Zentrum des jüdischen Lebens machten.

Zwischen 1648 und 1658 kam es in der Ukraine zu Pogromen, die mit dem Aufstand des Kosakenführers Chelmnizki einsetzten.

 

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1 Aschkenasen ist die Selbstbenennung der West- und Nordostjuden, die die Nachfahren der mittelalterlichen jüdischen Siedlungen im Rheintal sind, wo sie von der römischen Regierung angesiedelt wurden. Die älteste nachweisbare jüdische Gemeinde war die Gemeinde von Köln, die seit dem Jahr 321 belegt ist.
Aschkenas war im mittelalterlichen Hebräisch der Name für die deutsch-französische Region am Rhein und Aschkenasen bedeutet also Rheinbewohner. Spätestens seit der Wende des 13./14. Jahrhunderts wurde mit zunehmender Emigration der Juden aus Deutschland der Name Aschkenasen auf diese übertragen und umfasste dann auch die aus (Nord-)Frankreich, England und Norditalien stammenden Juden.

 

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