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Die Juden in der Neuzeit

(Teil 2 von 2)

fast gleichzeitig mit der politischen Emanzipation und rechtlichen Gleichstellung der jüdischen Bevölkerung, die in Deutschland in der Zeit von 1797 bis 1918 erreicht wurde, formierten sich auch Gruppen, die gegen diese Entwicklung protestierten.

In Deutschland und Frankreich fand die antijüdische Gesinnung zahlreiche Anhänger. So schlossen sich in Deutschland, Frankreich, Österreich und Ungarn politischen Gruppen zusammen, deren erklärtes Ziel es war, die Judenemanzipation rückgängig zu machen.

Nach 1933 waren die Vereinigten Staaten dann ein wichtiger Fluchtpunkt für die vor dem Terror des Nationalsozialismus flüchtenden Juden aus ganz West- und Osteuropa.

Rumänische Gendarmen und lokale Kollaborateure     
      während der Deportation von Juden aus Briceva nach Transnistrien
Rumänische Gendarmen und lokale Kollaborateure
während der Deportation von Juden

Die Judenverfolgung erreichte in den Jahren des Dritten Reiches mit der Verwirklichung des antisemitischen Programms des NS-Regimes im Holocaust, dem etwa ein Drittel (rund sechs Millionen) aller auf der Welt lebenden Juden zum Opfer fielen, den absoluten Höhepunkt.

 

Aber auch nach dem 2. Weltkrieg blieben die Juden durch den nach wie vor virulenten Antisemitismus vielfach Verfolgungen ausgesetzt.

Monument für die jüdischen Opfer des Pogroms von Kielce
      (Polen) am 4. Juli 1946
Monument für die jüdischen Opfer
des Pogroms von Kielce (Polen) am 4. Juli 1946

Nachdem Millionen von Juden getötet worden waren, wurden viele, die die nazistischen Lager überlebt hatten, bei ihrer Rückkehr in ihre Heimat unter Anklage der Kindestötung einfach gelyncht. Zwischen 1945 und 1948 wurden ungefähr 2.000 Juden in kommunistischen Europäischen Ländern (Polen, Ungarn, Tschechoslowakei) Opfer von Pogromen.

Der Stürmer: Ritualmord, 1934
Der Stürmer: Ritualmord, 1934

Gerüchte über den angeblich von Juden durchgeführten "Ritualmord" wurde auch im Nachkriegsrumänien (z. B. in Iași, 1946) verbreitet; es wurden aber keine gewaltsamen Bewegungen registriert. Dies war anscheinend der letzte Vorfall und es schien als ob Europa endlich aus dem Alptraum erwachte, einem Alptraum, der im äußersten Westen begonnen hatte und im äußersten Osten des Kontinents endete.

 

unvollendete Wernerkapelle in Bacharach am Rhein
unvollendete Wernerkapelle in Bacharach am Rhein

An der Wernerkapelle Bacharach mahnt heute, nach der Restaurierung, ein Gebet von Papst Johannes XXIII. zum geschwisterlichen Umgang zwischen Juden und Christen:

„Wir erkennen heute, daß viele Jahrhunderte der Blindheit unsere Augen verhüllt haben, so daß wir die Schönheit Deines auserwählten Volkes nicht mehr sehen und in seinem Gesicht nicht mehr die Züge unseres erstgeborenen Bruders wiedererkennen. Wir erkennen, daß ein Kainsmal auf unserer Stirn steht. Im Laufe der Jahrhunderte hat unser Bruder Abel in dem Blute gelegen, das wir vergossen, und er hat Tränen geweint, die wir verursacht haben, weil wir Deine Liebe vergaßen. Vergib uns den Fluch, den wir zu unrecht an den Namen der Juden hefteten. Vergib uns, daß wir Dich in ihrem Fleische zum zweitenmal ans Kreuz schlugen. Denn wir wußten nicht, was wir taten."

(Dieses Bußgebet verfasste Papst Johannes XXIII. kurz vor seinem Tode, 1963.)

 

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