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Salzburger Exulanten

 

Glaubensflüchtlinge
Ringet mit mir Kinderlein,
jetzt in dieser harten Not
Gott der wird uns gnädig sein,
denn wir dulden Hohn und Spott

Die Salzburger Exulanten waren protestantische Glaubensflüchtlinge aus dem Erzbistum Salzburg, das vom Hochmittelalter (14. Jahrhundert) bis 1802/03 zum Heiligen Römischen Reich gehörte. Um 1525 hatte die Reformation im Fürsterzbistum Salzburg viele Anhänger gefunden, die im Jahr 1588 der Stadt verwiesen wurden.

Um 1600 lebten in der Stadt nur noch wenige Protestanten (Geheimprotestanten). 1729 versuchte der damalige Erzbischof Leopold Anton von Firmian die Protestanten durch jesuitische Missionare zu bekehren und schritt, als sie sich weigerten, zu Gewaltmaßregeln und rief 6.000 österreichische Soldaten ins Land.

1731 flammte die Verfolgung der Protestanten in Europa wieder auf und im Herbst 1731 wurden auf Befehl alle, die nicht katholischen Glaubens waren, des Landes verwiesen.

Ostpreußen war seit der Pest (1708/09) ein stark entvölkertes Land und der calvinistische Friedrich I., König in Preußen, nutzte die Protestantenverfolgung zur Repeuplierung. Am 2. Februar 1732 erließ er ein Einwanderungspatent und schickte Kommissare (Lokatoren) los, die den Transport und die Reise der Salzburger betreuen sollten.

Gehe aus deinem Vaterland und von deiner Freundschaft
Gehe aus deinem Vaterland
und von deiner Freundschaft

Die Flüchtlinge erhielten Zehrungsgelder, 4 Groschen pro Tag für den Mann, 3 für die Frau und 2 für jedes Kind. Vom Tag der Antragstellung an sollten die Flüchtlinge als preußische Staatsbürger respektiert werden.

In mehreren Zügen verließen die Emigranten Salzburg, wobei sie ihre Kinder unter 14 Jahren zurücklassen mussten, damit sie dem katholischen Glauben erhalten blieben.

Sie zogen über Brandenburg nach Ostpreußen. Am 30.April 1732 kamen die ersten 843 Salzburger in Ostpreußen an. Ursprünglich war die Aktion auf etwa 6.000 Flüchtlinge angelegt, aber es bewarben sich über 20.000.

Konstantin Johann Franz Cretius: König Friedrich Wilhelm I. empfängt am 30.April 1732 die Salzburger Protestanten in Berlin am Leipziger Tor
Konstantin Johann Franz Cretius: König Friedrich Wilhelm I. empfängt am 30.April 1732 die Salzburger Protestanten in Berlin am Leipziger Tor

 

Briefmarke
Briefmarke von 1982:
Die Ankunft der Salzburger Emigranten in Preußen

In Ostpreußen angekommen, erhielt über die Hälfte der Asylanten eine Existenzgrundlage auf Kosten des Staates. Ackerland, Bauland, Bauholz, Vieh, Ackergeräte, Saatgut wurden gestellt, dazu kamen drei Jahre Abgabenfreiheit, großzügige Kredite, Zuschüsse zu den Baukosten und langfristige Befreiung vom Militär-dienst. Preußen galt nun als Schutzmacht aller Protestanten.

Insgesamt verließen über 30.000 Personen das Land Salzburg, die meisten (17.000) fanden eine neue Heimat in Preußen. Einige Hundert der Salzburger Lutheraner fanden Zuflucht im nordamerikanischen Georgia. Mehr als ein Fünftel der Vertriebenen starb während der anstrengenden Märsche.

 

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