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Wer war der Bauer im Mittelalter?

(Teil 1 von 3)

 

das frühe Mittelalter (5. - 10. Jahrhundert) kannte zunächst keine Bezeichnung für die "Bauern". Das mag überraschen in einer Gesellschaft, die ganz agrarisch geprägt war. Doch gerade weil alle unmittelbar von der Scholle1 lebten, war der funktionale Begriff zu unspezifisch und daher auch entbehrlich.

Bauer
Bauer

Wer sollte denn mit "Bauer" gemeint sein: der Hörige, der auf dem grundherrlichen Hof das geliehene Land bebaute? Oder der Grundherr, der vielleicht nicht selbst hinter dem Pflug ging, dem aber das Land gehörte und der es von abhängigen Leuten bearbeiten ließ? Dann wäre auch noch der König, auch er Grundherr und agrarischer Großunternehmer, ein "Bauer"?

Die Quellen unterscheiden bis ins 11. Jahrhundert nicht nach Funktion, sondern nach Recht, wenn sie Freie, Hörige und Leibeigene benennen.

Bauer im Mittelalter
Bauer im Mittelalter

Das Wort Bauer entstand aus dem Mittelhochdeutschen gebure und bezeichnet den Mitbewohner des Hauses (bur), so wie später der Burger (Bürger) der Mitbewohner einer Burg (oder Stadtfestung) war.

 

P.S.: Über Kommentare und Vorschläge würde ich mich freuen. Benutzt doch dazu dieses Gästebuch.

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1 Scholle = Boden, Acker, Grund, Land

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