Du bist in: Württemberg > Wirtemberg im 17. Jahrhundert

Das 17. Jahrhundert, ein Jahrhundert der Kriege

 

Die Ursachen des 30-jährigen Krieges

(Teil 1 von 2)

die konfessionellen Gegensätze, die sich schließlich im Dreißigjährigen Krieg entluden, waren bereits in dem halben Jahrhundert vor 1618 zu einem immer dringlicheren Problem geworden.

Martin Luther
Martin Luther

 

1517 wurde die geistliche und weltliche Ordnung dieses Staates erschüttert. Der Wittenberger Theologe Martin Luther löste mit seinen Thesen zur Reform, zur Spaltung der Kirche aus.

1555 einigten sich die protestantischen Reichsstände und die Katholiken (Kaiser) im Augsburger Religionsfriedens1 auf eine Koexistenz der beiden großen Konfessionen.

 

 

Augsburger Frieden
Augsburger Frieden

Der Augsburger Religionsfriede hatte aber eine widersinnige Situation hinterlassen. Im Reich herrschte zwar eine strenge Parität der Konfessionen, in den einzelnen Territorien hingegen musste aber die Einheit der Konfession gewahrt werden. Die Landesherren nutzten die Durchsetzung des einheitlichen Glaubens, um ihren Territorialstaat in Hinsicht auf Verwaltung, Behörden und Bildungswesen weiter auszubauen.

Angst und Misstrauen blieben. Hauptsächlich fühlten sich die Lutheraner wegen des wiedererstarkten und immer aggressiver auftretenden Katholizismus bedrängt.

Konfessionenverteilung in Mitteleuropa im 16. Jahrhundert
Konfessionenverteilung in Mitteleuropa im 16. Jahrhundert

 

barra

indietro 1 2 avanti

1 Augsburger Religionsfrieden: Reichsgesetz vom 25. 9. 1555 zwischen König Ferdinand I. (Kaiser Karl V.) Vertreter und den protestantischen Reichsständen zur Beruhigung der ausbrechenden Unruhen zwischen den protestantischen und den katholischen Reichsständen.
Die wichtigsten Bestimmungen des Augsburger Religionsfriedens waren: Den Lutheranern (nicht aber den Reformierten) wurde Frieden und Besitzstand garantiert; den weltlichen Fürsten wurde Religionsfreiheit zugesichert sowie das Recht, über die Religion ihrer Untertanen zu bestimmen (Cuius regio, eius religio). Das bedeutete aber nicht religiöse Freiheit der Untertanen oder gar Toleranz, sondern Freiheit der Fürsten, ihre Religion zu wählen. Den Untertanen, die nicht konvertieren wollten, wurde lediglich das "Recht" eingeräumt, in ein Territorium ihres Glaubens auszuwandern; die geistlichen Fürsten wurden von der Religionsfreiheit ausgenommen; wenn sie zur Reformation übertraten, verloren sie Amt und Territorien; damit sollte die katholische Reichskirche geschützt werden. Die Säkularisation (meist durch Enteignung vollzogene Umwandlung von Kirchengut in weltlichen Besitz) von Kirchengut wurde bis zum Passauer Vertrag von 1552 rückwirkend legalisiert, weitere Säkularisationen wurden verboten.

Creative Commons Namensnennung- nicht kommerziell 3.0
2007 - 2016
CSS validoHTML valido