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Bessarabien

Etwas Geschichte

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die Lage Bessarabiens in Europa
die Lage Bessarabiens in Europa

was später Bessarabien wurde, stand seit dem Ende des 14. Jahrhunderts ganz oder teilweise zuerst unter der Herrschaft des Fürstentums Moldau, dann dem Osmanischen Reich, dem Russischen Reich, Rumänien, der UdSSR, der Ukraine und der Republik Moldau.

 

Mit der russischen Übernahme im Jahr 1812 wurde der Begriff "Bessarabien" auf das gesamte Gebiet zwischen den Flüssen Pruth und Dnister ausgedehnt.

Bessarabien heute
Bessarabien heute

 

Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Begriff Bessarabien von der Landkarte gestrichen.

Der Norden der Region gehört heute zu Moldawien und der Süden, der Budschak (Tatarisch: Winkel, Dreieck) oder "historisches Bessarabien", zur Ukraine.

 

Frühzeit

Gebiet der Skythen 100 v. Chr.
Gebiet der Skythen 100 v. Chr.

Das Gebiet Bessarabien war aber schon seit Jahrtausenden vor unserer Zeitrechnung bewohnt. Die indoeuropäische Kultur verbreitete sich um 2.000 v. Chr..

 

Zu den ersten Bewohnern zählten das nomadische Reitervolk der Kimmerier, die ostiranianischen nomadisierenden Reiterkrieger der Skythen, das germanische Volk der Bastarnen und die thrakischen Stämme (Daker und Geten).

Kurgan
Kurgan

Auf die Zeit der Skythen gehen auch die Kurgane zurück. Wie Ausgrabungen zeigten, waren es Grabstätten der skythischen Herrscherfamilien, denen eine symbolische "himmlische Viehweide" mitgegeben wurde. Der Umfang der Kurgane bemaß sich nach der sozialen Stellung und dem Besitz der Toten.

 

Ionien
Ionien

Im 7. Jahrhundert v. Chr. ließen sich dann griechische Siedler aus Ionien in diesem Gebiet, nieder, die mit den Einheimischen Handel trieben. Sie gründeten ihre Stadtkolonien am Nordrand des Schwarzen Meeres und auf der Krim.

In der ersten Kolonisationsphase entstanden z.B. Chersones auf der westlichen Krim, Olbia an der Bugmündung und Tyras2 am Westufer des Dnister-Limans3.

In Südbessarabien siedelten auch die Kelten4, deren Hauptstadt Aliobrix war.

Aliobrix

 

Bessarabien - Teil Dakiens

Das Dakische Reich während der Herrschaft von Burebista
Das Dakische Reich
während der Herrschaft von Burebista

Die erste Regierungsform, die das ganze Bessarabien eingliederte, war die von Burebista, erster König von Dakien (Gebiet, das heute zu Rumänien und Moldawien gehört), der im 1. Jahrhundert v. Chr. regierte.

Nach seinem Tod zerfiel sein Reich und wurde erst wieder unter Decebalus, letzter König von Dakien, im 1. Jahrhundert vereinigt. Ihm gelang es auch eine neue Armee aufzustellen. Im Jahr 85 begann er Überfalle auf die stark befestigte römische Provinz Moesia, südlich der Donau, zu verüben.

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1 Osmanisches Reich = Bezeichnung für das Reich der Dynastie der Osmanen von ca. 1299 bis 1923. 1923 wurde als Nachfolgestaat die Republik Türkei gegründet. .......... mehr zu Osmanischem Reich klicke

2 Tyras = die 600 v. Chr. von den ionischen Griechen gegründete Stadt Tyras gehört zu den ältesten Städten der Welt; die Phönizer nannten sie Ophiussa, die Griechen Makaphon und ab 400 vor Chr. wurde sie Tyras (nach dem gleichnamigen Fluss) genannt. In römischer Zeit hieß die Stadt Alba Julia; die slawischen Stämme nannten sie Belgorod (weiße Stadt), seit dem 10. Jahrhundert sind die Namen Maurocastro und Aspocastro bekannt; die Kumanen bezeichneten die Stadt im 12. Jahrhundert als Barmunia und Ak-Libo; Ende des 13. Jahrhunderts bekam sie den Namen Moncastro oder Malvocastro. Unter den moldauischen Fürsten gehörte die Stadt, jetzt Cetatea Albă (weiße Zitadelle) genannt, zu einem Verteidigungsgürtel gegen die Mongoleneinfälle. Nach der Eroberung 1484 durch türkische Heere hieß sie Akkerman (aq = weiß und kerman = Stadt). Nach dem Anschluss Bessarabiens an Rumänien (1918) erhielt die Stadt wieder ihren moldauische Namen Cetatea Albă. Heute heißt sie Bolgorod Dnjestrowski.

3 Liman = Einbuchtungen - typisch für die Schwarzmeerküste; der Begriff stammt aus dem Griechischen und bedeutet Meeresbuchten, die aus versunkenen Flussmündungen entstanden sind.

4 Kelten = Als Kernraum der frühen Kelten gilt das südwestliche Mitteleuropa, wo sie spätestens seit dem 7./6. Jahrhundert v. Chr. nachweisbar sind. Ab den Jahren 300 v. Chr. setzt aufgrund einer zunehmenden Bevölkerungsdichte in den ursprünglichen Keltengebieten eine vermehrte Wanderbewegung ganzer Abordnungen von Keltenstämmen ein. Ihre Ziele waren neue Siedlungsgebiete, die sie zum Teil erst kriegerisch erobern mussten. Dabei besetzten sie zeitweise Mittel- und Südeuropa von der iberischen Halbinsel (Keltiberier) über Frankreich (Gallier), die britischen Inseln (Wales, Schottland, Irland), das nördliche Alpen- und Voralpenland, zum Teil auch den italienischen Stiefel (Etrusker), und drangen der Donau abwärts (Thraker) bis in die heutige Türkei vor (Galater, aus den gleichnamigen Briefen in der Bibel bekannt). Städtegründungen wie Paris, Turin, Budapest und Ankara gehen auf ihr Konto.

 

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